Lena Rückschloß

Auswirkung der Antiresorptiva-assoziierten Kiefernekrose und deren Therapie auf die gesundheitsbezogene und mundgesundheitsbezogene Lebensqualität in Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose oder HR+ Mammakarzinom – eine prospektive Längsschnittstudie

Hintergrund

Obwohl es sich bei der Antiresorptiva-assoziierten Kiefernekrose (ARONJ) um eine seltene unerwünschte Arzneimittelwirkung antiresorptiver Medikamente handelt, beeinträchtigt sie dennoch die gesundheitsbezogene sowie mundgesundheitsbezogene Lebensqualität von Betroffenen stark. Zumeist sind die Betroffenen bereits durch ihre Grunderkrankung (Malignom, Osteoporose) in ihrer Lebensqualität stark kompromittiert. Ziel dieser Untersuchung war es, die Auswirkungen einer ARONJ im AAOMS Stadium I sowie deren Therapie (chirurgisch vs. konservativ) auf die mundgesundheitsbezogene (OHRQoL) oder gesundheitsbezogene (QoL) Lebensqualität der Betroffenen zu evaluieren.

Methodik

Alle an postmenopausaler Osteoporose oder HR+ Mammakarzinom leidenden Patientinnen, die im Zeitraum von 01/2019 bis 11/2020 in unserer Klinik aufgrund einer ARONJ Stadium I therapiert wurden, wurden prospektiv in die Studie eingeschlossen. Die Patientinnen beantworteten präinterventionell (T0), 12 Wochen (T1) sowie 1 Jahr (T2) postinterventionell den EORTC Quality of Life Questionnaire (QLQ-C30 Version 3.0; [Werte zwischen 0= schlechteste gesundheitsbezogenen Lebensqualität und 100= beste gesundheitsbezogenen Lebensqualität]) sowie das Oral Health Impact Profile (OHIP-G 14; [Werte zwischen 0= beste mundgesundheitsbezogene Lebensqualität und 56= schlechteste mundgesundheitsbezogene Lebensqualität]).

Ergebnisse

Insgesamt wurden N= 90 Patientinnen (n(Mamma-Ca)= 54; n(Osteoporose)= 36) in die Studie eingeschlossen.
Für die OHRQoL wurden für alle Zeitpunkte (T0 – T3) keine signifikanten (p > 0,05) Unterschiede zwischen beiden Behandlungsgruppen festgestellt. In der chirurgischen Behandlungsgruppe waren die OHIP-Scores von T1, T2, T3 signifikant niedriger als die Ausgangswerte. In der konservativen Behandlungsgruppe waren die OHIP-Scores von T2 und T3 signifikant niedriger als die Ausgangswerte.
Die QLQ-C30-Scores waren in der nicht-chirurgisch behandelten Gruppe zu T1 und T3 signifikant niedriger als in der chirurgischen Behandlungsgruppe. Es gab keinen statistisch signifikanten Effekt der Zeit auf die QLQ-C30-Scores in beiden Gruppen.

Schlussfolgerung

Die chirurgische und konservative Behandlung der ARONJ im Stadium I verbessert die OHRQoL der Patientinnen signifikant. Die chirurgische Behandlung ist der konservativen Behandlung der ARONJ im Stadium I hinsichtlich des Erhalts/ der Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität überlegen. Daher sollte eine chirurgische Behandlung der ARONJ im Stadium I nicht aus Gründen der Lebensqualität unterlassen werden.