Franziska Fauser

Franziska Fauser

Hysterektomie-Anamnese mit höherem Insult-Risiko assoziiert

Hintergrund

Eine Studie aus der Mayo-Klinik ergab nach Uterusentfernung mit/ohne Adnexentfernung ein höheres Risiko für neurodegenerative Erkrankungen (Demenz um 40% und Parkinson um 50%). Daraus wurde die Hypothese abgeleitet, dass das Risiko für ischämischen Insult durch Uterusentfernung erhöht wird. Danach liegt bei einigen Frauen nicht mehr bestmögliche Blutversorgung der Ovarien vor -mit hormonellen Nachteilen für die Gefäße im Gehirn.

Methodik

Ist obige Hypothese zutreffend, so müsste bei Frauen mit akutem ischämischem Insult und Hysterektomie (HE) in der Anamnese vorausgehender Insult und TIA (transitorische ischämische Attacke) häufiger vorkommen.
Dazu erfolgte eine Datenerhebung für ein Jahr im Rahmen einer Dissertation auf einer Stroke Unit/RKU, neurologische Abteilung des Universitätsklinikums Ulm.
Als Kontrollgruppe wurden alle anderen Frauen ohne HE mit gleicher Einweisungsdiagnose und verifiziertem Apoplex mittels CT/MRT herangezogen. Zur hormonell biologischen Plausibilität wurden Menarche-, Menopausenalter und. dazwischen liegende Lebenszeit genutzt. Erfasst wurden 314 Frauen mit Altersmedian von 77 Jahren. Die Compliance lag bei 9 von 10. Die Datenerhebung wurde auf 43 Items begrenzt. Datenauswertung erfolgte im Institut für Biometrie der Universität Ulm.

Ergebnisse

34% der Frauen hatten HE mit/ohne Adnektomie in der Anamnese. Bei dieser Gruppe bestand zu 26% vorausgehender Apoplex, bei jenen ohne OP-Anamnese zu 16% (p=0,2). Bestätigend hatten jene mit OP zu 24% eine TIA- Anamnese und jene ohne OP zu 15% (p=0,15%).
Um Bias-Probleme zu mindern, interessierten andere Anamnesedaten endokrinologischer Art.
Jene mit OP-Anamnese hatten wesentlich häufiger kurze fertile Phasen (Zeit zwischen Menarche und Menopause) bis 30 Jahre mit 39% im Vergleich zu Frauen ohne OP mit 7%.
Analog dazu hatten umgekehrt jene ohne OP häufiger fertile Phasen über 40 Jahre mit 29% im Vergleich zu jenen mit OP zu 12%.
Hormonelle Nachteile infolge HE ließen sich bestätigen durch Stoffwechselparameter, die mit der stationären Aufnahme erhoben wurden. Riskante LDL/HDL-Relationen über 4 kamen bei kürzerer fertiler Phase bis 30 Jahre – durch HE mit verursacht – um den Faktor 3 häufiger vor als bei Frauen mit über 10 Jahren längerer fertiler Phase mit 17 % zu 6 %.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass jene mit kürzerer fertiler Phase erwartungsgemäß häufiger spätere Menarche mit 16 Jahren und älter hatten zu 23 % als jene mit über 10 Jahren längerer fertiler Phase zu 3 % (p 0,01).

Diskussion

Das Risiko für ischämischen Insult wird neben riskantem Lebensstil mit durch hormonelle Defizite geprägt. Zwischen beiden bestehen bekanntlich Wechselwirkungen.

Zusammenfassung

HE mit/ohne Adnektomie erhöht das Risiko für ischämischen Insult – neben bekannten Risikofaktoren, insbesondere riskantem Lebensstil.