Kira Dransfeld

Kira Dransfeld

Korrelation zwischen kardiovaskulären Risikoscores und der Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis bei gesunden Männern und Frauen in der STRATEGY Studie

Hintergrund

Die Sensitivität der kardiovaskulären Risikoeinschätzung anhand von Risikoscores ist gering, sodass viele kardiovaskuläre Risikopatienten nicht frühzeitig erkannt werden. Die folgende Arbeit untersucht den möglichen Nutzen einer Kombination von Risikoparametern oder Risikoscores mit der Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis (C-IMT).

Methodik

Als Studienpopulation dienten 213 gesunde Männer und Frauen der STRATEGY Studie ohne behandelte Risikofaktoren im Alter von 30-70 Jahren. In dieser Querschnittsstudie wurden anthropometrische Daten, Blutwerte, Lebensstilfaktoren erhoben und die C-IMT mehrmalig an einem Tag gemessen. Anhand der Daten der STRATEGY Studie wurde das kardiovaskuläre Risiko der Probanden mittels der drei Scores, Framingham Risk Score, PROCAM-Score und ESC-SCORE, berechnet und die Korrelation zur C-IMT statistisch überprüft.

Ergebnisse

Die Frauen weisen im Vergleich zu den Männern ein signifikant niedrigeres kardiovaskuläres Risiko auf, sowohl gemessen an einzelnen Risikoparametern als auch mittels Scores. In der Gesamtpopulation korrelieren Alter, systolischer Blutdruck, Nüchternglucose, Gesamt-, LDL- und non-HDL-Cholesterin und Taillenumfang signifikant mit der C-IMT, bei den Frauen lediglich Alter und systolischer Blutdruck. Alle Risikoscores korrelieren signifikant mit der C-IMT, bei Männern stärkerer als bei Frauen. Der Framingham Risk Score korreliert am stärksten mit der C-IMT; die Varianz der C-IMT lässt sich bei Männern zu 27% und bei Frauen zu 20% durch den Framingham Risk Score erklären.

Diskussion

Die Ergebnisse der Scores und der C-IMT-Messung zeigen teilweise abweichende Risikoeinschätzungen bei diesen gesunden Probanden, insbesondere bei den Frauen. Auffällig ist besonders die Divergenz der Risikoeinschätzung bei Studienteilnehmer mit niedrigem kardiovaskulären Risikoscore bei jedoch deutlich erhöhter C-IMT. Die Kombination eines Risikoscores mit der C-IMT-Messung könnte das kardiovaskuläre Risiko präziser einschätzen und Risikopatienten früher identifizieren lassen. Da bei Frauen neben dem systolischen Blutdruck auch das Alter mit der C-IMT korreliert, sollte gerade für die Menopause und Postmenopause eine Ergänzung der Scores mit der C-IMT-Messung überlegt werden.