Dipl. Biol. Christina Blassl

Dipl. Biol. Christina Blassl

PGRMC1 ermöglicht agonistische Effekte von Tamoxifen auf MCF-7 Mammakarzinomzellen

C. Blassl, H. Seeger, T. Fehm, A.O. Mueck, H. Neubauer
Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Hintergrund

Die Resistenz von Tumorzellen auf eine antihormonelle Therapie stellt ein wichtiges Problem in der Brustkrebstherapie dar. Verschiedene Mechanismen werden postuliert, darunter auch die Modulationen des Östrogenrezeptors alpha (ERα). Wir konnten zeigen, dass eine Progestin-vermittelte Proliferation von MCF-7-Mammakarzinomzellen, die die Progesteronrezeptor-Membrankomponente-1 (PGRMC1) überexprimieren, durch den selective estrogen receptor down-regulator (SERD) Fulvestrant vollständig inhibiert werden kann. In diesem Projekt wollen wir die Response von MCF-7/PGRMC1-Zellen auf Tamoxifen (Tam) untersuchen.

Methodik

Stabil transfizierte MCF-7/PGRMC1-3HA-Zellen wurden mit Estradiol (10-10 und 10-12M) in Anwesenheit von Tam (10-9 bis 10-6M) in verschiedenen Kombinationen – zuerst E2 (E2 first) oder zuerst Tam (Tam first) oder beides gleichzeitig (continuous) inkubiert. Die Zellproliferation wurde am Tag 5 mittels MTT-Assay bestimmt, auf die Proliferation unstimulierter MCF-7/PGRMC1-3HA-Zellen normalisiert und mit jener von MCF-7 Zellen, die einen Kontrollvektor enthalten, verglichen.

Ergebnisse

Die Proliferation von MCF-7/PGRMC1-3HA-Zellen nach E2-Stimulation ist im Vergleich zur unstimulierten Kontrolle um etwa 250% erhöht, bei Leervektorzellen beträgt die Proliferationssteigerung etwa 150%. Im “E2-first” Regimen kann Tam die Proliferation nicht reduzieren. In den “Tam-first” und “continuous” Regimen wird die E2-vermittelte Proliferation durch Tam-Gabe gesenkt. Dabei zeigt sich in MCF-7/PGRMC1-3HA-Zellen ein konzentrationsabhängiger agonistischer Proliferationseffekt von Tam (dieser beträgt für 10-6M Tam 140% gegenüber der Kontrolle). Die MCF-7/Kontrollvektorzellen zeigen keinen agonistischen Tam-Effekt.

Diskussion

Die Überexpression von PGRMC1 sensitiviert MCF-7 Zellen gegenüber einem E2-vermittelten proliferativen Effekt. Erste Daten deuten daraufhin, dass PGRMC1 einen Einfluss auf die Entwicklung einer Resistenz gegenüber Tamoxifen haben könnte. Dieser Einfluss wird möglicherweise über einen Crosstalk mit ERα vermittelt.